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Zunächst zur Stadt selbst - aus Seeheim-Jugenheimer Sicht.
Auf der einen Seite ist es die Begegnung mit einer Metropole mit Weltstadtflair, gleichzeitig strahlt Prag - trotz der vielen Touristen - eine angenehme provinzielle Gelassenheit, ja Gemütlichkeit aus.
Hier wird Kultur pur geboten: Konzerte aller Art, Theater, Oper, Schauspiel, Film ..., nicht umsonst war Prag im Jahr 2000 Kulturhauptstadt Europas! Aber auch Freunde der Kunst, der Literatur und Architektur, der Museen und Kirchen sowie der Geschichte und Zeitgeschichte kommen ebenso auf ihre Kosten wie die Jugend, die zusätzlich in Discos Abwechslung finden kann! Doch nicht immer endet ein Tanzabend in Harmonie. Diebe haben einen netten Abend vermiest - Viktors Handy hat nun einen unrechtmäßigen Besitzer. Viktor S., den "niemand" bestehlen kann, der alles im Griff hat, ausgerechnet ihn hat's erwischt!
Essen und Trinken - auch hier bietet Prag Außergewöhnliches: Während in unseren Landen die Portionen relativ dürftig, dafür der Preis für Getränk und Speis aber unangemessen hoch ist, kann man Prag in umgekehrter Folge erleben und genießen. Portionen üppig, Preise für Speis günstig, Getränke billig. Da der Gerstensaft in Tschechien als Nahrungsmittel gilt, unterliegt er ähnlicher Preis-gestaltung wie das Essen - Mineralwasser ist also teurer als Bier.
Empfehlenswert sind übrigens die kleinen Kneipen in den Seitengassen, die typisch böhmisches Essen anbieten!
Das offizielle Programm ließ uns relativ wenig "Freizeit", die wir deshalb in spätere Abendstunden verlegen mussten.
Die gemeinsam mit unserer Partnerschule ausgearbeiteten Schwerpunkte können hier nur angedeutet werden:
Selbst vorbereitete Stadtführungen ab Wenzelsplatz über dem Altstädter Ring mit Rathaus und astronomischer Uhr, Teynkirche und Kafka-Haus. Weiter durch enge Altstadtgassen zur Karlsbrücke bis hinauf zum Hradschin, der größten Burganlage Europas, wo wir den beeindruckenden Wächterwechsel erleben konnten. Danach bestaunen wir den prächtigen Veits-Dom.
Die nächsten Tage ...: andere Info- und Besichtigungs-Route viele Eindrücke, Moldaufahrt, Schwarzes Theater.
Fahrt nach Theresienstadt, einem denkwürdigen Ort mit dunkler Vergangenheit.
Dann unsere beiden "Betriebserkundungen" in Karlsbad und Prag
Prag: Brauerei Staropramen, Gründungsjahr 1869. Etwa 600 Mitarbeiter. Hier konnten wir uns in verschiedenen Abteilungen informieren. Von der Verwaltung, der PR-Sparte, dem Einkauf, über Produktion bis hin Vertrieb. Die Einblicke in den Geschäftsbetrieb, die Berufs- und Arbeitswelt waren vielfältig und interessant. Fragen zu Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten und Arbeitsbelastungen, zur Bezah-lung und zum "sicheren Arbeitsplatz" für Angestellte und Lehrlinge wurden angesprochen.
Die Antworten waren ernüchternd! Längere Arbeitszeiten, erschwerte Beding-ungen, relativ geringer Verdienst in Verhältnis zu den dortigen Lebenshal-tungskosten - Angst vor dem nahenden (T)euro!
Die Großbrauerei baut wohl Stellen ab! Ein belgischer Konzern hat den Betrieb "übernommen".
Ähnliches erfahren wir in Karlsbad, das wir in zwei gemieteten Kleinbussen erreichen.
Der Besuch bei Firma Becher: Ein französischer Konzern hat den Traditions-Betrieb, der sich aus einer Apotheke heraus entwickelt hat, aufgekauft und macht ihn für den Weltmarkt "flott"! Die bereits auf 250 Mitarbeiter "gesundgeschrumpfte" Belegschaft befürchtet weitere Einsparungsaktivitäten.
Was politisch gewünscht, jedoch noch geordnet werden muss, ist in wirtschaftlicher Hinsicht bereits weitestgehend abgeschlossen: Die "Perlen" der Wirtschaft Tschechiens sind verkauft, westliche Konzerne haben die Betriebe in den europäischen und Weltmarkt "integriert", mit all seinen Vor- jedoch überwiegenden Nachteilen für die Belegschaft!
Verglichen mit den Möglichkeiten in "unserer Wirtschaft und den Chancen auf dem Arbeitsmarkt" einen Ausbildungsplatz bzw. eine Stelle zu finden, sehen wir noch etwas positiver, als es sich für unsere Partnerschüler/innen darstellt.
Abschließend: Das Treffen mit unserer Partnerschule, die gemeinsamen Erfahr-ungen und Eindrücke aus der "Arbeits- und Berufswelt" sowie das interessante Beiprogramm waren für uns eine lohnende Bereicherung!! Prag ist auf alle Fälle mehrere Reisen wert!!
Ach, da war ja noch "Etwas" ...: Ratschläge werden oftmals in den Wind gesetzt, werden überhört ...
Erfahrungen können "schmerzlich" sein, müssen aber selbst gemacht werden! Vor und während der Fahrt, so klingt es in unseren Ohren ..., .. bitte habt vor Dieben acht! Drogenkonsum kann teuer zu stehen (bücken) kommen ...! Was sich die bayerische Grenzpolizei bei begründetem Verdacht im Besitz von Drogen zu sein einfallen lässt, bekam ein Mitschüler, unser J.-P. S., zu spüren ... Die Staatsgewalt unterzog den Guten allein im stillen Kämmerlein einer sehr unangenehmen Ganzkörperuntersuchung, ... wobei kein "Winkel" ausgelassen wurde ...! Auffallend blass und sichtlich mitgenommen hat er diese Prozedur überstanden!
Für die Gruppe 2003
Text und Bilder
Jelena, Yannick, Sebastian H., Ference, Jan-Paul, Max, Janna, Martina, Isabel, Viktor, Sebastian W., Andreas |