Berufe unterm Sternenhimmel

Weltraumtage - Über Jobs rund ums All informieren sich Schüler im Seeheimer Schuldorf

SEEHEIM-JUGENHEIM. Wie man Astronaut wird, was die Aufgaben eines Astronomen sind, und welche anderen Berufe es rund um die Raumfahrt noch gibt, hat Oliver Debus von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie im Rahmen der 2. Weltraumtage am Seeheim-Jugenheimer Schuldorf Bergstraße erklärt. Oliver Debus ist Leiter einer Astronomieschule und des Mondbasis Luna Weltraummuseums in Bad Homburg.

In der Aula des Schuldorfs Bergstraße, die für die Weltraumtage in ein Museum verwandelt wurde, erläuterte Debus, welche Möglichkeiten es für junge Interessenten gibt, einen Beruf "unter dem Sternenhimmel" zu ergreifen. Da gibt es Astronauten, Astronomen, Planetologen und Meteorologen, aber auch Informatiker, Architekten, Köche und Mediengestalter. Nicht alle diese Berufe sind so schwer zu erreichen wie der des Astronauten: "Von 10 000 Bewerbern werden nur vier in die nähere Auswahl genommen", sagt Debus.

Da empfiehlt es sich, auch einen Blick auf die Aufgaben eines Astronomen zu werfen: Schon vor hunderten von Jahren haben Menschen den Sternenhimmel beobachtet und dabei von uralten Steinkreisen bis hin zu den heutigen Teleskopen und Sternwarten immer neue Techniken entwickelt.

Die Vermessung und Beobachtung des Himmels ist das Ziel der Astronomen. "Da sind fähige, kreative Köpfe gefragt", sagt Debus. Ob es Leben auf einem anderen Planeten gibt, wie unser Universum entstanden ist und woraus die Sonne und die Planeten bestehen, das sind nur einige der Fragen die Astronomen zu lösen versuchen.

Als Arbeitgeber für Raumfahrtinteressierte kommen beispielsweise die Europäische Weltraumbehörde ESA, die Europäische Südsternwarte, die Max-Planck-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Frage. Neben verschiedenen Studiengängen wie etwa Elektrotechnik bietet das DLR 22 verschiedene Ausbildungsberufe an, die Industriemechaniker, Fotograf und Koch einschließen. Bei der Max-Planck-Gesellschaft kann man zweiundvierzig verschiedene Berufe erlernen, unter anderem Bürokaufmann, Tierpfleger und medizinisch-technischer Assistent. Wer immer noch nicht das Richtige gefunden hat, könne auch Astronomielehrer werden.

Der elf Jahre alte Björn aus der fünften Klasse möchte trotzdem "am liebsten Astronaut" werden. Den Vortrag findet er "ganz hilfreich". Dennis und Lukas aus demselben Jahrgang wollen hingegen lieber Ingenieure werden und Raumschiffe bauen. Für Maxi gab der Vortrag nicht viel Neues her: "Mein Vater ist bei der ESA", erklärt der Fünftklässler, "deshalb wusste ich eigentlich schon ziemlich viel." Gleichwohl möchte er den Weltraum später einmal lieber nur "hobbymäßig erforschen". cel

© Darmstädter Echo, 25.02.2009