Ein langer Weg zu den Sternen

Personalchef der ESA Darmstadt zeigte Schülern des Schuldorfs Bergstraße, wie man Astronaut wird

  Seeheim-Jugenheim   ___________________________________________________

Astronaut - so lautet der Berufswunsch vieler Jungen und Mädchen. Doch wie wird man eigentlich Astronaut? Welche Voraussetzungen muss ein zukünftiger Raumfahrer erfüllen?

Diese und andere Fragen beantwortete Dr. Frank Danesy, Personalchef der Europäischen Raumfahrt Agentur ESA, bei der Eröffnungsveranstaltung der zweiten Bergsträßer Weltraumtage im Seeheim-Jugenheimer Schuldorf Bergstraße in seinem Vortrag "Astronaut - wie wird man das?". Die Eröffnung der dreitägigen Veranstaltung wurde im Rahmen eines öffentlichen Club-Abends des Lions-Clubs Seeheim ausgerichtet.


Peter Bel (r.) und Volker Heinrich von der Sternwarte des Physikalischen Vereins Frankfurt bei der Betrachtung eines Asteroiden. Foto: Hirtz

In diesem Jahr gab es erstmals die Schüler-Quizshow "Hessen sucht den Astrostar". Außerdem gab es auch in diesem Jahr wieder einen Malwettbewerb, der vom Lions Club Seeheim ausgelobt wurde. Das Motto lautet "40 Jahre Mondlandung". Alle weiteren Infos stehen im Internet unter www.weltraumtage.de.

Für einen Astronauten muss der Beruf wahrlich eine Berufung sein - nicht nur wegen des Privilegs, die Erde aus einer Raumfähre beobachten zu können. Denn bis der Astronautenanwärter seinen ersten Schritt in die unendlichen Weiten des Weltalls setzen kann, sind einige Jahre mit intensiven Trainings und Tests vergangen.

"Der Bewerber muss gesundheitlich topfit sein, Teamfähigkeit und psychische Stabilität besitzen", zählte Frank Danesy als einige der vielen Eigenschaften eines Astronauten auf. Dabei zähle ebenso eine starke Problemlösungsfähigkeit zu den Voraussetzungen. Bis man allerdings in die nähere Auswahl für eine der Raumfahrerstellen kommt, ist Durchhaltevermögen gefragt. Rund zehntausend Bewerbungen gingen bei der ESA für die vier ausgeschriebenen Stellen als Astronaut im vergangenen Jahr ein. Dabei wurden lediglich tausend Bewerber zu einer ersten Testrunde eingeladen. Untersucht wurden unter anderem die kognitiven Fähigkeiten sowie die Psychomotorik. Zweihundert Kandidaten schafften es in die zweite psychologischen Testrunde, bei der die "Soff Skills" getestet wurden. Die übrig geblieben sechzig Bewerber beteiligten sich dann an umfangreichen medizinischen Tests. "Über die Hälfte der Kandidaten scheiden nach diesem Test aus. Nicht etwa, weil alle krank sind, sondern weil sie unsere hochgesteckten Anforderungen nicht erfüllen können", erläuterte Danesy. Nach der Einstellung komme auf die vier Astronauten "Training, Training und nochmals Training" zu. Es dauert dann noch etwa fünf bis zwölf Jahre, bis der erste lang ersehnte Flug stattfindet.

Möchte man als Astronaut angestellt werden, ist ein Studium einer Naturwissenschaft oder eine hoch qualifizierte Pilotenausbildung von Nöten. Ebenso kann sich jeder bereits in der Schule für den Beruf des Astronauten durch eine geeignete Fächerwahl vorbereiten. Auch die Freizeitgestaltung spiele laut Frank Danesy bei den Bewerbern eine wichtige Rolle bei der Bewerbung. ahi

© Sonntag Morgenmagazin, 22.02.2009