Zur Genese der Schulpartnerschaft und Austausch
mit dem Gymnasium Praha 9 / Tschechien

Anfang Februar 2000.
Der Elternabend der Klasse 10cG verläuft wie üblich, bis Schüler/Innen die Frage nach einer Klassenfahrt stellen.
Nach ausführlicher Debatte steht fest: ... es soll ins nahe Ausland gehen:

Italien: die Eltern sind dagegen ... der verarbeitete Traubensaft - so sagt man - hat jeder Klasse zu schaffen gemacht ...
Frankreich: .. zu teuer, ähnliche Sorgen wie Italien ...
Das soll es sein: ... gemeinsames Erleben..., .. Kultur ..., .. günstige Preise ...

Nach kurzer Beratung steht fest: Prag, so glauben Schüler- und Elternschaft, ist wohl das geeignete Reiseziel!

Die Vorbereitungen laufen an, doch in einem Gespräch mit der Schulleitung folgt Ernüchterung. Klassen 10G dürfen keine "Klassenfahrt" ins Ausland unternehmen. Gründe werden akzeptiert, doch Prag hat sich in den Köpfen von Eltern und Schüler/innen festgesetzt und muss irgendwie realisiert werden! - Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Wenn "Klassenfahrt" nicht geht, dann eben etwas anderes!

Nach Recherchen eröffnet sich eine Möglichkeit: Eine Begegnungs- oder Austausch-fahrt kann nicht abgelehnt werden.
Nun muss nur noch eine Prager Schule gefunden werden, die uns "Schuldörfler" als Partner haben möchte.

Es folgen Telefonate mit der Botschaft der damaligen Tschechischen Republik, dem "Kultusministerium" in Prag - hier verspricht man uns Unterstützung.

Am 27.03.2000 erhalten wir über das dortige Schulministerium die Adresse unserer Partnerschule. Nach Kontaktaufnahme und intensiver gemeinsamer Programm-Vorbereitungen mit dem Gymnasium Praha 9 und einem weiteren Elternabend präsentiert die Klasse 10cG der Schulleitung eine "Auslandsfahrt". Keine Klassenfahrt mehr - nein, eine amtlich erlaubte und zu fördernde Austausch- und Begegnungs-fahrt, die uns vom 13.06.2000 - 17.06.2000 nach Prag bringen sollte.
Unmöglich Erscheinendes wurde so möglich!

Die nun seit drei Jahren bestehenden Kontakte zu unserer Prager Schule haben sich zu einer Kooperation mit offizieller Vereinbarung entwickelt. Zudem ist der Austausch als "Projekt von europäischer Dimension" anerkannt und trägt den Beinamen "Internationales Praktikum". Damit dies keine Leerformel darstellt, führen Schüler-innen und Schüler in Prag gemeinsam vorbereitete Betriebserkundungen durch, die dann aufgearbeitet und dokumentiert werden.
Im Gegenzug, also im Wirtschaftsraum Rhein/Main und DADI ermöglichen ausge-wählte Unternehmen unseren "Pragern" Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt. Die Ergebnisse werden gemeinsam besprochen und präsentiert.

So konnte z.B. das bereits bestehende vertrauensvolle Verhältnis zum Bildungs-zentrum der Deutschen Lufthansa - initiiert durch den ehemaligen Leiter Herrn Goerges - ausgebaut und vertieft werden.
Mit nun neuer Organisationsstruktur und Herrn Gerald Schölzel als erstem Mann freut sich das Schuldorf über eine erweiterte Kooperation: Neben einer Informations-veranstaltung mit anschließender Diskussion mit AZUBIS, können geeignete Prager Schüler/innen ein Praktikum im Bildungszentrum absolvieren.

Im Jubiläumsjahr unseres Schuldorfes folgt nun ein weiterer Schritt auf dem Weg der Partnerschaft zwischen beiden Schulen, der auch als Impuls für die Festigung und Weiterentwicklung betrachtet werden kann: Unsere Prager Kolleginnen, Frau Ivana Tyrpakova und Frau Eva Kucerova, die das Seeheimer Projekt begleiten und be-treuen, werden zu einem Lehreraustausch erwartet!

So hat sich unter Mithilfe von Herrn Christoph Rückert und Frau Jana Müller aus einer "Notlösungs-Klassenfahrt" eine Schulpartnerschaft entwickelt, die es Schülerinnen und Schülern sowie Kolleginnen und Kollegen ermöglicht, sich kennen- und verstehen zu lernen und die es im Sinne einer Verständigung weiter zu fördern und zu entwickeln gilt.

Gert Hauschild, Jana Müller, Christoph Rückert

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