Du bist on air
Radio und ...
M E D I E N P R O J E K T
2010 - 2012
am Schuldorf Bergstraße

Vernetzung der Schule und Entwicklung von Medienkompetenz
für alle Schulstufen des Schuldorfs Bergstraße
durch aktive Medienarbeit
mit Radio und anderen auditiven Formen

1. Die Projektkozeption

Das Schuldorf Bergstraße ist eine Gemeinschaft von Menschen unterschiedlicher nationaler und sozialer Herkunft und Weltanschauung mit vielfältigen Fähigkeiten und Interessen. Zurzeit besuchen insgesamt ca. 2150 Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Schulzweige: Grundschule, internationaler Zweig, Förderstufe, Haupt- und Realschulzweig, Gymnasialzweig mit Oberstufe. Sie werden von insgesamt ca. 200 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet und ca. 40 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut.

Gegenseitige Achtung, Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität als Grundwerte einer humanen demokratischen Gesellschaft sind Maßstab des Zusammenlebens.

Die auditive Medienarbeit ermöglicht im Projekt, Fragen der Gegenwart zu diskutieren, interkulturelle sowie integrative Medienarbeit zu vermitteln und damit Medienkompetenz zu ermöglichen, die im Rahmen von Demokratie auch Aspekte der kritischen Medienerziehung enthält.

Konkret sollen zur Zielerreichung, dem Zusammenwachsen der unterschiedlichen Schulformen und -stufen und der Vermittlung von Medienkompetenz, verschiedene Workshops und Maßnahmen durchgeführt werden. Die Integration der Schule für Lernhilfe (Dahrsbergschule) ist ein wesentlicher Bestandteil.

Die Schule stellt dazu die Räumlichkeiten inclusive eines semiprofessionellen Tonstudios zur Verfügung. Während des gesamten Projektzeitraums wird ein technischer Assistent beratend tätig sein.

Es soll vier Arten von Angeboten geben:
  1. Grund- und Aufbaukurse für Multiplikatoren
  2. Projektkurse, bei denen die Multiplikatoren begleitet werden und mit Schülerinnen und Schülern des Erlernte umsetzen
  3. Wahlpflichtunterricht und Audio-AG-Arbeit sowie gestalterischer Support
  4. Kurze Qualifizierungskurse zu spezifischen Themen zur Vertiefung.

Als Impuls wird es einen Grund- und Aufbaukurs für 12 - 14 Multiplikatoren geben. Die Multiplikatoren sollen dabei aus den verschiedenen Schulstufen und -zweigen zusammenkommen. Dieser Grund- und Aufbaukurs soll dann für weitere Multiplikatoren ein zweites Mal angeboten werden.
Zwei angeleitete Projekte pro Jahr sollen durch die geschulten Multiplikatoren durchgeführt werden. Insgesamt sollen sich so 16 Projekte verteilt auf verschiedene Schulstufen innerhalb der Projektlaufzeit zur Vertiefung und Verankerung der Medienarbeit ergeben.

Verzahnt soll die Radioarbeit auch werden mit dem Wahlpflichtunterricht (WPU) "Schulradio" und der Begleitung einer alters- und schulformübergreifenden Audiowerkstatt.

Außerdem soll es noch weitere ganztägige Qualifizierungsangebote zu verschiedenen Themen rund um die Audioarbeit geben.

Präsentationen
Das Projekt findet in den Räumlichkeiten der Schule statt, geht aber ggfs. auch nach außen.
Präsentiert und ausgestrahlt werden die entstandenen Audiobeiträge in den einzelnen Klassen und Schulstufen, im internen Schulradio, beim Veranstaltungsfunk Radio Melibokus, im nicht-kommerziellen Lokalfunk Radio Darmstadt. Daneben erfolgt eine Veröffentlichung von Ergebnissen und Beiträgen im Internet als Podcast, sowie auch in der Mediathek Hessen (projektiert).

2. Ziel des Projekts

Vernetzung der Schule und Entwicklung von Medienkompetenz für alle Schulstufen des Schuldorfs Bergstraße durch aktive und themenbezogene Medienarbeit mit Radio und anderen auditiven Formen (Hörspiel, Feature, Bericht, Ton für Bühne und Theater) als Basis für die langfristige Orientierung der Schulgemeinde auf aktive Medienarbeit.

3. Detaillierte Projektbeschreibung

Innerhalb der Laufzeit von zwei Jahren ist folgender Aufbau im Detail geplant:

Als Impuls gibt es Grund- und Aufbaukurse für jeweils zwei Lehrergruppen aus allen Schulzweigen á 12 - 14 Lehrer/innen, betreut von drei externen Teamern, der erste davon Ende 2010.

Radio-Workshop für Lehrer/innen Grundkurs (Ende 2010/Frühjahr 2011) und Aufbaukurs (2011/2012).
Beide Kurse vermitteln elementare Medienkompetenzen rund um die Arbeit mit den auditiven Medien. Grund- und Aufbaukurs versetzen die Lehrer/innen der unterschiedlichen Schulstufen des Schuldorfs in die Lage, medienkompetent und altersangemessen aktive Medienarbeit mit ihren Schülerinnen und Schülern zu betreiben.

Medienkunde ist die instrumentell-qualifikatorische Dimension; also das Bedienen der Geräte, z.B. Recorder bei Interviews. Aber Medienkunde beinhaltet auch eine informative Dimension, z.B. das Wissen über den Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk, privat-kommerziellen Radiostationen und nicht-kommerziellem Lokalradio.

Mediennutzung meint die Fähigkeit, als Rezipient oder Rezipientin eine sinnvolle Auswahl aus dem großen Programmangeboten treffen zu können.

Medienkritik ist die analytische Ebene, z.B. das Erkennen von der Trennung zwischen Werbung und journalistisch bearbeitendem Inhalt. Medienkritik umfasst aber auch selbstreflexives Verhalten (zum Meispiel im Bezug auf Internetnutzung, Musikdownloads, PC-Spiele, WKW, MySpace usw.), das erworbene Wissen selbstkritisch auf sich zu beziehen und anzuwenden, z.B. mittels Air-Check.

Mediengestaltung Wie bringe ich meine Inhalte rüber? Was sind Bestandteile einer Radiosendung und wie ordne ich sie innerhalb einer Sendestunde an?
Diese Fragen zielen auf Ästhetik ab, beinhalten damit auch ein innovatives Potential zur Gestaltung von Medien.

Grundlegende Rahmenbedingungen
Durch die Tatsache, dass aus jeder Schulform mindestens zwei Lehrer/innen an den beiden Kursen teilnehmen, wird eine umfassende Beschäftigung des gesamten Schuldorfes mit diesem Aspekt der Medienkompetenz möglich, und die Arbeit mit den Tönen kann ein übergreifendes, vernetzendes Element des Schuldorfes werden.

Die Gestaltung von Hörfunkbeiträgen, Reportagen, Hörspielen, Jingles und kurzen Reportagen ist Thema der Fortbildungen. Die erforderliche Gerätetechnik und deren Bedienung stehen ebenso im Zentrum der Veranstaltung, wie die Beitragsgestaltung und Planung von Audioproduktionen bis hin zum Schnitt am PC.

Technische Fragen werden vor dem Hintergrund der Anwendung in Bezug auf den kreativ-gestalterischen Prozess, dramaturgische Elemente und medienpädagogische Arbeit vermittelt.

Die eigene Aktivität der Teilnehmer/innen ist beim Learning-by-doing entscheidende Voraussetzung. Lehrer aller Schultypen können durch differenzierte Arbeit von diesem Workshop für ihre Arbeit profitieren. Innerhalb von drei Tagen produzieren die Teilnehmer/innen in Kleinstgruppen eigene dreiminütige Reportagen/Hörspiele zu selbstgewählten Themen.
Sie erfahren und erleben dabei die einzelnen Arbeitsschritte von der Planung über den Schnitt bis zum Texten, und lernen Möglichkeiten der pädagogischen Umsetzung kennen.
Fragen der Medienlandschaft und Medienethik werden in Kurzvorträgen eingebunden. Damit entsteht ein umfassendes Grundlagenkonzept zur Medienarbeit.

Grundkurs
Erster Tag: Kennenlernen der technischen Voraussetzungen, erste Praxis- und Aufnahmeübungen.
Zweiter Tag: Reportage-/Hörspielplanung, Gestaltung, Vorbereitung, Realisierung und Produktion.
Dritter Tag: Einführung in den digitalen Schnitt und Realisierung

Aufbaukurs Radio- und Audiowerkstatt
Im dreitägigen Aufbaukurs werden in intensiver Kleingruppenarbeit die Lernelemente aus dem ersten Modul vertieft und Umsetzungsmöglichkeiten für den Unterrichtsalltag erarbeitet und erprobt.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen:

Erarbeitung eines Hörspiels in Grundschule und Unterstufe

Das Radiofeature für Sekundarstufe 1 / Mittelstufe für Radioprojekte und als neue Präsentationsform im Unterricht.

Stage Sound/Bühnenanwendung für Mittel- und Oberstufe zur Unterstützung der vielfältigen Theaterarbeit.
Intensive Einweisung in das vorhandene Studio, technisch und gestalterisch.

Audio - Schnitt - Intensivkurs.

Zielgruppe
12 - 14 Lehrer/innen, die mit Schüler/innen im Unterricht, in einem Kurs, WPU, AG usw. aktive Medienarbeit im Radio-/Audiobereich betreiben wollen. Deshalb sollen Lehrer/innen aller Schulformen und Fachdisziplinen teilnehmen.

Angaben zur methodischen Gestaltung der Fortbildung
Die Teilnehmer/innen lernen kreativen Umgang mit Mikrofon und Aufnahmegerät und Schnittprogramm durch Learning-by-doing und Kurzvorträgen. Dabei geht es nicht alleine um den Erwerb praktischer Nutzungskompetenz, sondern auch um journalistisch-ethische Fragen und die Verkürzung der Wirklichkeit durch medienimmanente Faktoren.

Modelle der Radioarbeit werden praktiziert. Ziel ist dabei, den Teilnehmer/innen Konzepte und Methoden zur Radioarbeit an die Hand zu geben.

Spezifische Mittel zur Planung und Durchführung von verschiedenen Beitrags und Gestaltungsformen wie Interview, Reportage, Bericht, Moderation und Hörspiel oder Feature. Des weiteren Beschäftigung mit den Themen Presserecht, Genehmigung, Schnitt und Texten.
Szenische Elemente.
Spezielle Bedingungen des Mediums, die Auswirkungen auf die präsentierten Inhalte haben.
Eigenproduktion von semiprofessionellen Berichten vom Exposé bis zum Schnitt und zur Sendung.
Arbeitsformen: projektorientiertes Lernen in Arbeitsgruppen, Vortrag, Diskussion, gemeinsame Auswertung, aktive Medienarbeit, Produktion und Schnitt eigener Aufnahmen, Arbeit mit Arbeitsblättern, am Mischpult und mit dem Computer.

Vertiefungs- und Verankerungs- Schulprojekte
Vertiefung durch jeweils zwei angeleitete Projekte pro Schuljahr der fortgebildeten Lehrer/innen mit ihren Klassen/Gruppen, unterstützt durch einen externen Teamer und dem technischen Assistenten in allen Schulstufen:

2 Projekte pro Schuljahr, also insgesamt 4 Projekte, rund um das Hörspiel mit jeweils drei Tagen Dauer entweder am Stück oder verteilt auf Unterrichtsblöcke in der Grundschule.

2 mal 2 Projekte rund ums Radiomachen, jeweils insgesamt zwei Tage (können auch anders verteilt werden) in den Klassen fünf bis sieben zur Erarbeitung eines thematischen Radiomagazins/Podcast.

2 mal 2 Projekte Schulradio, jeweils insgesamt drei Tage (können auch anders verteilt werden) in den Klassen acht bis zehn zur Erarbeitung eines kontinuierlichen Schulradioprojektes.

2 mal 2 Projekte unter dem Motto Porträt - Meinung - Dokument

Wahlpflichtunterricht und Audio-AG-Arbeit und technischer und gestalterischer Support

Qualifikationsangebote für Lehrer/innen und fortgeschrittene Schüler/innen
Zur nachhaltigen Verfestigung der auditiven Medienkompetenzförderung an der Schule werden Schülern und Lehrern folgende Kurse zur Weiterentwicklung und Unterstützung angeboten.

4. Projektbeteiligte

Zielgruppen sind Multiplikatoren, insbesondere Lehrerinnen und Lehrer der Schulzweige des Schuldorfs Bergstraße und der Schule für Lernhilfe (Dahrsbergschule) sowie Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren, aufgeteilt in die jeweiligen Klassenstufen und Schulzweige am Schuldorf Bergstraße.

Das Schuldorf Bergstraße ist mit all seinen Schulzweigen beteiligt. Es stellt die Räumlichkeiten inclusive eines semiprofessionellen Studios zu Verfügung, ermöglicht den interessierten Lehrkräften die Teilnahme und stellt einen technischen Assistenten dem Projekt zur Seite.

Die Initiative Wiesbadener Medienzentrum e.V. ist Kooperationspartner und führt das Projekt auf Honorarbasis durch.

5. Finanzierung

Die Kosten werden getragen von Anteilen LPR, Fördergelder der Schulzweige, öffentliche Projektgelder und Sponsoren

Die Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) bietet für das Projekt die Grundlage durch eine hälftige Finanzierung.

Vielen Dank unseren weiteren finanziellen Unterstützern:
Oliver Eichhorns Ring-Apotheke
B & W Kopiertechnik
Jump fitness Pfungstadt

6. Ansprechpartner

Veranstalter
Schuldorf Bergstraße
Kooperative Gesamtschule
Sandstraße
64342 Seeheim-Jugenheim
Tel.: 06257/9703-0
www.schuldorf.de
Ronald Seffrin (Direktor)

Projekt-Koordination
Helmut Buchholz (Koordinator)
Fachlehrer
Tel.: 06257/9197500
Fax: 06257/9197499

Projektdurchführung
Initiative Wiesbadener Medienzentrum e.V.
Harald Kuntze
Felsenstraße 24
65199 Wiesbaden
Fon und Fax: o611/4200785
Mobil: 0170/2016379